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Wer muss die CO2 Steuer bezahlen?

Um die geplanten Klimaziele einzuhalten, beschließt die Bundesregierung immer wieder neue Maßnahmen. Eine davon ist die CO2 Steuer im Bereich Wärme und Verkehr. Die Höhe der Steuer richtet sich dabei nach dem jeweiligen CO2-Gehalt. In diesem Artikel erklären wir dir, wie das genau funktioniert und für wen die Steuer eigentlich gilt.
Autor
Eva Goldschald
Aktualisiert am
Lesezeit
4 min

CO2 Steuer - Was ist das?

Die CO2 Emissionen reduzieren, die Erderwärmung stoppen und bis 2050 klimaneutral sein. Diese Ziele haben sich 2015 insgesamt 197 Staaten auf der Pariser Weltklimakonferenz gesetzt. Es zielt darauf ab, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, um die Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Damit diese Ziele gelingen, gibt es zum Beispiel den Zwischenschritt Klimapaket 2030. Dieses beinhaltet, dass Europa verbindlich den CO2-Ausstoß bis 2030 um mindestens 40 % gegenüber 1990 verringert. Länder, die das nicht schaffen, müssen mit hohen Geldstrafen rechnen.

Eine Maßnahme, die in Richtung der Ziele führen soll, ist die CO2 Bepreisung, die eher unter CO2 Steuer bekannt ist. Sie betrifft jene, die mit fossilen Brennstoffen heizen und auch Autofahrer ohne E-Antrieb.

Bereits seit 2021 zahlt man für Erdgas, Heizöl, Benzin oder Diesel den CO2-Preis. Bis 2027 steigt diese Steuer kontinuierlich jedes Jahr. 2021 waren es 25 Euro, dieses Jahr sind es 30 Euro. 2026 sollen es 55 bis 65 Euro pro Tonne ohne Mehrwertsteuer sein. Durch die schrittweise Erhöhung des CO2-Preises sollen Verbraucher finanziell nicht überfordert werden und sich auf die Belastungen einstellen können. Deshalb steht bereits jetzt fest, wie viel die Tonne CO2 in den kommenden Jahren kosten wird. 

Durch diesen Handel entsteht ein gewisser Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen. In den letzten Jahren ist dieser mehr und mehr gestiegen. Mit den Einnahmen finanzieren Bund und Länder die  Investitionen in erneuerbare Energien wie zum Beispiel von Photovoltaik. Zudem bedeutet das, dass es für Unternehmen immer teurer wird, CO2 auszustoßen.

Wen betrifft die CO2 Steuer?

Die CO2-Abgabe ist keine zusätzliche Steuer, sondern soll eine Lenkungswirkung für mehr Klimaschutz haben. Das Ziel ist es nicht, zusätzliche Einnahmen für den Staat zu generieren. Daher wird das eingenommene Geld wieder in Klimaschutzmaßnahmen investiert und zur Entlastung der Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen, beispielsweise in Form von niedrigeren Strompreisen, verwendet.

Je mehr Kohlendioxid du mit deinem Auto oder deiner Heizung ausstößt, desto höher fällt die CO2 Steuer aus. Damit möchte der Staat dich dazu bewegen, auf klimafreundliche Heizungen umzusteigen und zu einem E-Auto zu wechseln.

Folgende Brenn- und Kraftstoffe werden durch die CO2 Steuer teurer:

  • Heizöl in allen Varianten

  • Flüssiggas

  • Erdgas

  • Fernwärme, wenn dabei Öl oder Gas verbrannt werden

  • Benzin

  • Diesel

  • Kohle

  • Abfälle aus Heizkraftwerken (erst ab 2024)

  • Biobrennstoffe wie Biogas, Biodiesel oder pflanzliche Öle wie Palm-, Kokos-, oder Sojaöl, sofern sie zum Heizen und als Antrieb für Fahrzeuge verwendet werden


Ausgenommen sind allerdings Torf und auch Holzbrennstoffe wie Pellets, Hackschnitzel und Holzkohle. 

Im Allgemeinen lässt sich feststellen: Wenn du ein Elektroauto fährst und ausschließlich mit Holzbrennstoffen, Solarwärme, einer Wärmepumpe oder Biogas heizt, musst du keine CO2-Steuer zahlen.

Kerosin wird ebenfalls nicht besteuert. Den Flugverkehr deckt der europäische Emissionshandel bereits ab.

Seit 2021 zahlt man übrigens auch erstmals für neu zugelassene Autos mit einem Spritverbrauch über 116 Gramm CO2 pro Kilometer. Für bereits zugelassene Autos hat sich allerdings nichts geändert.

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So funktioniert die CO2 Steuer

Grundsätzlich handelt es sich bei der CO2 Steuer eher um den CO2-Preis, der aber wie eine Art Energiesteuer erhoben wird. Und das funktioniert so:

Sobald ein Produzent umweltschädliche Ware herstellt oder verkauft, muss er dafür ein Emissionszertifikat bei der Deutschen Emissionshandelsstelle kaufen. Den Preis dafür gibt er zum Beispiel an den Heizölhändler weiter. Und der schlägt den Preis wiederum auf deine Rechnung auf. So zahlst du am Ende einen höheren Preis in Form einer Steuer. Jene, die diese Steuer erheben, also Energiehändler und -produzenten, müssen dem Umweltbundesamt mitteilen, wie viele Zertifikate sie in einem Jahr gekauft haben. Anhand dieser Daten wird dann ab 2026 die Gesamtmenge an Zertifikaten limitiert.

Die Anzahl der Zertifikate richtet sich auch nach den Klimaschutzzielen. Werden zu viele Emissionen ausgestoßen und die Klimaziele damit gefährdet, gibt es im nächsten Jahr weniger Zertifikate. Die Einnahmen aus dem Zertifikat Verkauf fließen wiederum in Förderprogramme für den Klimaschutz. Und auch du profitierst davon. Zum Beispiel finanziert die Bundesregierung die EEG-Umlage auf den Strompreis seit 2023 komplett mit diesen Einnahmen.

Zudem steigt die Pendlerpauschale bei einem einfachen Weg über 20 Kilometer und auch das Wohngeld erhöhte sich 2023 wegen der hohen Heizkosten erneut.

Übrigens wurde die Mehrwertsteuer auf Erdgas bis voraussichtlich März 2024 von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Bei Heizöl sind es weiterhin 19 Prozent.

Erfahre in einem weitere Artikel, was der Unterschied zwischen CO2 Zertifikate und CO2 Steuer ist.

Das gilt für Mieter und Vermieter

Wer zur Miete wohnt, kann nur schwer einfach so auf Solar und Wärmepumpe umsteigen. Die Steuer fällt trotzdem an. Seit 2023 werden diese Kosten gerecht auf Vermieter und Mieter aufgeteilt. Das wird durch das Kohlendioxid-Kostenaufteilung Gesetz (CO2KostAufG) geregelt.

Mieter sollen damit dazu bewegt werden, energieeffizienter zu wirtschaften und Vermieter dazu, die Heizung auf klimafreundliche Alternativen umzustellen und zu sanieren. 

Die Kosten richten sich nach dem Kohlendioxidausstoß des Gebäudes in Kilogramm CO2 pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr sowie den eigenen Einflussmöglichkeiten auf den CO2-Ausstoß. Wer im Eigenheim wohnt, muss die Steuer natürlich komplett selbst zahlen. Wie teuer das tatsächlich wird, hängt vom Verbrauch in kWh, der Emissionshöhe und der Wohnart ab.

Und so sieht die neue CO2 Steuer Verteilung zwischen Mieter und Vermieter aus

CO2 AusstoßBeitragshöhe
Mehr als 52 kg jährlichVermieter übernimmt 95 % der Kosten
32 bis 37 kg jährlich50:50 Aufteilung
Weniger als 12 kg jährlichMieter zahlen alle Kosten
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So berechnest du die CO2 Steuer

Der CO2 Ausstoß ist natürlich nicht bei jeder Heizart gleich. Wenn du in eine neue Wohnung ziehst oder generell wissen möchtest, wie sich die CO2 Steuer eigentlich zusammensetzt, musst du die Emission in kg CO2 pro kWh deines Brennstoffes mit deinem jährlichen Gas- bzw. Ölverbrauch multiplizieren. Das Ergebnis zeigt den jährlichen CO2-Ausstoß deines Heizsystems in Kilogramm. Anschließend musst du die Kilogramm in Tonnen umrechnen und mit dem im Brennstoff-Emissionshandelsgesetz festgelegten CO2-Preis für 2023 und der gesetzlichen Mehrwertsteuer vergleichen.

BrennstoffCO2 Emission 1 Tonne CO2 Ausstoß entspricht einem Verbrauch von
Heizöl 0,27 kg CO2 / kWh 3.700 kWh
Flüssiggas0,24 kg CO2 / kWh 4.170 kWh
Erdgas0,20 kg CO2 / kWh 5.000 kWh

Bei einer Gasheizung sieht das zum Beispiel so aus:

Jahresgasverbrauch 10.000 kWh x 0,20 kg CO2 / kWh Emission von Erdgas = 2.000 kg CO2 (2 Tonnen)

2 t CO2 x 30 Euro CO2-Preis / Tonne (2023) , davon x 7 % MwSt = 64,20 Euro CO2-Steuer für Gas pro Jahr.

Du zahlst also 64,20 Euro CO2-Steuer on top auf deine Heizkosten. 

Fazit CO2 Steuer: Geht diese Rechnung auf?

Die CO2 Steuer wurde eingeführt, damit auch der Ausstoß im Mobilitätssektor und im Bereich Wärmeerzeugung bepreist wird. Mit den Einnahmen werden beispielsweise Klimaschutzmaßnahmen und Ladestationen für Elektroautos finanziert. Die Menge an Emissionen lässt sich mit einer CO2 Steuer allerdings nur bedingt beeinflussen. Denn niemand weiß, wie viel CO2 sich durch dieses Modell tatsächlich einsparen lässt. Die Steuer ist eher ein Ansporn, auf nachhaltige Alternativen umzusteigen.

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